Nah bei mir


 

Nah bei mir

©Maren Martini 

 

Ich schlenderte so vor mich hin,

Um die Natur zu besuchen, das war mein Sinn. 

So kam ich zu einem grünen Hügel inmitten der Stadt.

 

Darüber ein Trampelpfad führte.

Und weil mich das Grün und die Ruhe so faszinierten,

betrat ich intuitiv diesen kleinen Berg.

Er war wild bewachsen mit Klee, Löwenzahn, Spitzwegerich und Wicken. 

 

Dort ließ ich mich nieder im grünen Gras. 

Holte mein Buch aus dem Rucksack und las,

Darin so eine Stunde.

Vorbei kam nur eine Frau mit einem schwarzen Hunde.

Ich genoss die beseelende Nah-bei-mir-Runde.

 

Zwischendurch sah ich zum blauen Himmel auf

Und den Wolken beim Vorbeiziehen zu.

Genoss den Frühlingsduft der blühenden Pflanzen und das Summen der Insekten.

Dann zogen dunkle Wolken heran im Nu.

Die Sonne verschwand und mit ihr die Wärme auf der Haut.

Der kühle Frühlingswind verursachte bei mir eine Gänsehaut.

 

Ich packte meine sieben Sachen.

Schlenderte energetisch geladen nach Hause zurück.

Innerlich empfand ich das hier beschriebene Glück.

Es umhüllte mich mit Wonne.

Ich fühlte Wohligkeit und Zufriedenheit auf Erden.

Was brauche ich mehr als dieses?

Das ist für mich das Leben.

 

 

Rostock, 18. Mai 2022