Rehabilitation – Bad Elster Teil 2: Therapien

Meine Therapien in Bad Elster vom 29.11.-20.12.2021

 

Gesund ist man, wenn…

 

Inzwischen bin ich zu Hause und therapiere mich so gut es geht, weiter. Weihnachten und Silvester 2021 und schon der dritte Tag des Jahres 2022 sind vorbei.           

Ich hätte meine Reha verlängern können, was ich nach reichlicher Überlegung ablehnte. Ich wollte Weihnachten zuhause verbringen und vorher in Ruhe wieder ankommen.

Die Umstände in der Klinik waren zum Rehabilitieren alles andere als angenehm. Die erste Woche war ich derart gestresst vom Therapieplan, der neuen Umgebung, Menschen, Therapeuten, Patienten und den täglichen Änderungen und Abläufen, dass ich viel zu hohen Blutdruck und Nasenbluten hatte. Ich schlief sehr schlecht und musste jeden Morgen zeitig raus. Um nicht zu hetzen, ließ ich fast täglich das Frühstück aus. Für jede Behandlung und Mahlzeit waren 15 Minuten bis zu einer halben Stunde eingeplant inklusive Wege. Die Therapien waren auf fünf Häuser und eine Turnhalle, die am Berg und außerhalb der Klinik lag, verteilt.

 

Auszug aus meinem Therapieplan – 2021

 

Therapieplan-Ärztin

 

Gegen den Bluthochdruck kaufte ich mir in der einzigen Apotheke in Bad Elster Weißdorntee, auch wenn die Ärztin bei der VIsite meinte, dass pflanzliche Mittel bei Bluthochdruck nicht anerkannt sind.

Weißdorntee – bewährtes, pflanzliches Mittel bei Herz-Kreislaufbeschwerden

 

In der Klinik war FFP2-Pflicht, ebenso wurden alle Therapien mit FFP2 durchgeführt bis auf das Wassertraining und das Rückenschwimmen. FFP2 beim Muskeltraining und -aufbau empfand ich als sehr fragwürdig und zusätzliche Belastung für den Körper. Ich weiß, die Therapeuten gaben alle ihr Bestes unter diesen Bedingungen. Alle Therapeuten, Physio-, Ergo- etc. waren super nett und verständnisvoll.

In der ersten Woche bekam ich eine Erkältung, die ich Dank meiner mitgebrachten Vitamine C, D und Zink sowie dem täglichen Zitronenwasser, schnell beseitigen konnte. Dank dessen konnte ich meine Therapie fortzsetzen sowie das Bewegungstraining im Wasser absolvieren.

Beim Muskeltraining war ich nur am Anfang. Durch die Erkältung und das mit FFP2 habe ich das intuitiv abgewählt, da ich das als kontraproduktiv ansah. Auch zum Nordic Walking bin ich nie gegangen, weil ich mit meinem Schnappdaumen nicht richtig zugreifen konnte. 

Die Therapien waren sehr intensiv und effektiv. Allerdings in einem so zeitlich knapp bemessenen Rahmen, dass ich mir meine Freiräume für meine eigenen Bedürfnisse selbst schaffte, indem ich einige Therapien wegließ und mich in die Natur begab oder schlafen legte.

 

Im Naturschwimmbad in Bad Elster steht geschrieben: „Lerne leben ohne zu arbeiten und faule dich aus“

 

Ergotherapie

 

Bei der Ergotherapie bekam ich einen Softball. Dieser bestand aus einem Luftballon, gefüllt mit weißen oder schwarzen Bohnen.

Übungen für die Feinmotorik bei Schnappdaumen, Ergotherapie

Kiesbad

Ein warmes Kiesbad ist eine bewährte und sehr effektive Behandlungsmethode z. B. bei der Behandlung von Rheumapatienten und im Bereich der Handchirurgie. Die thermische Behandlung in warmen Kies stimuliert die Durchblutung und motiviert den Patienten, Hände oder Füße im warmen Kies zu bewegen.

(Alternativ: Dinkel, Linsen, Raps, Kirschkerne)

 

Tipp der Ergotherapeutin für Zuhause:

5kg Aquariumkies in eine Metallschüssel geben und zum Erwärmen auf eine Heizung stellen. Ich habe einen Tonschüssel genommen und den Kies im Backofen erwärmt. Aquariumkies gibt’s in der Tierhandlung oder Baumarkt zu kaufen. Darin die Hände bewegen, den Kies wie Teig kneten, zwischendurch die Hände im warmen Kies ruhen lassen.

Kiesbad, ©Maren Martini

 

 

 

Hängeampel aus Makramee, entstanden während der Ergotherapie in Bad Elster, Maren Martini

 

 

Dies ist ein kleiner Ausschnitt aus meinem Therapieplan. Ich bekam noch Ultraschall für die Hand, Moorpackung und Massagen für den Nacken und alle Therapeuten waren sehr freundlich und entgegenkommend. Letztlich haben mir drei Wochen am Stück geholfen, dass mein schmerzhafter Schnappdaumen wieder normal beweglich ist und ich jetzt mit den Übungen zurecht komme. Sobald ein Schmerz einsetzt, weiß ich, dass ich eine Pause einlegen muss.

 

Dennoch muss ich abschließend sagen, wenn ich all die Behandlungen verordnet bekommen hätte, wäre ich wahrscheinlich nicht bei der Reha gelandet… Fakt ist, Selbstachtsamkeit ist das A und O für unsere Gesundheit müssen wir selbst sorgen und die Verantwortung übernehmen!

 

©Maren Martini

Rostock, 14. Januar 2022